Cloud-Migration

Was ist Vendor Lock-in?

Kurz gesagt

Vendor Lock-in bedeutet, so stark von einem einzelnen Anbieter abhängig zu sein, dass ein Wechsel technisch oder wirtschaftlich kaum noch möglich ist. Bei Cloud-Infrastruktur entsteht das meist durch anbieterspezifische Dienste, die sich nicht ohne Weiteres woanders nachbauen lassen.

Definition

Vendor Lock-in beschreibt eine Situation, in der ein Unternehmen so tief mit den Werkzeugen eines einzelnen Anbieters verwoben ist, dass ein Wechsel zu einem anderen Anbieter enormen Aufwand bedeuten würde. Das betrifft nicht nur die Kosten für einen Wechsel, sondern auch die Verhandlungsposition: Wer nicht wechseln kann, akzeptiert auch steigende Preise.

Wie es entsteht

Bei Cloud-Infrastruktur entsteht Lock-in meist schleichend, nicht durch eine einzelne Entscheidung. Jeder anbieterspezifische Dienst, der genutzt wird, weil er bequem verfügbar ist, ersetzt ein Stück offene Infrastruktur durch eine Variante, die es nur bei diesem einen Anbieter gibt. Nach einiger Zeit hängt das gesamte System an Bausteinen, die sich woanders nicht eins zu eins nachbauen lassen.

Wie man es vermeidet

Vollständig lässt sich Lock-in selten verhindern, jede Infrastrukturentscheidung bindet in gewissem Maß. Der Unterschied liegt darin, ob diese Bindung bewusst eingegangen wird oder einfach passiert. Infrastruktur, die als Code beschrieben und wo möglich auf offenen Standards statt anbieterspezifischen Diensten aufgebaut ist, hält die Tür zu einem späteren Wechsel offen, selbst wenn er nie gebraucht wird.