Abgrenzung zu Standardsoftware
Standardsoftware wird für einen breiten Markt gebaut und deckt Prozesse ab, die viele Unternehmen auf ähnliche Weise lösen müssen, etwa Buchhaltung oder Zeiterfassung. Individualsoftware entsteht dagegen für einen einzelnen Anwendungsfall. Sie wird nicht an einen Prozess angepasst, sie ist der Prozess, in Software gegossen.
Vorteile
Individualsoftware passt exakt zum bestehenden Ablauf, statt dass sich der Ablauf an ein fremdes Werkzeug anpassen muss. Sie lässt sich gezielt mit bestehenden Systemen verbinden, etwa einem ERP oder einer Warenwirtschaft, ohne Umwege über Schnittstellen, die dafür nicht gedacht waren. Und der Code gehört dem Unternehmen, das ihn in Auftrag gegeben hat, vollständig, inklusive Repositories und Zugängen.
Nachteile
Individualsoftware verursacht Entwicklungsaufwand, den eine fertige Lösung nicht hat. Sie lohnt sich nur, wenn der abgebildete Prozess speziell genug ist, dass keine Standardlösung wirklich passt. Und weil das Unternehmen die Verantwortung für das System trägt, muss geklärt sein, wer es nach der Entwicklung betreibt und weiterentwickelt.
Wann sich Individualsoftware lohnt
Drei Signale kommen in der Praxis am häufigsten vor: Prozesse laufen noch in Excel-Tabellen oder E-Mail-Ketten, weil keine Standardsoftware dazu passt. Eine Standardlösung wurde über Jahre so oft angepasst, dass jedes Update sie wieder kaputt macht. Oder ein Prozess muss an mehreren Stellen mit anderen Systemen sprechen, was mit Standardwerkzeugen nur über Umwege funktioniert.